Stellungnahme zum Kommentar in der F.A.Z.-Ausgabe vom 27. Juni 2009 „Gut genug“

04. Juli 2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

dieser Brieftext ging Ihnen vom Unterzeichner bereits mit der E-mail vom 30. vorigen Monats zu, wurde indes mit der autoantwort-leserbriefe so beantwortet, dass ich davon ausgehen muss, dass er bei Ihnen nicht bearbeitet wird.

 

Aus diesem Grunde erhalten Sie diesen Leserbrief nochmals auf offiziellem Briefbogen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als interessierter Leser der F.A.Z. war ich mehr als überrascht, sogar entsetzt, den unglaublichen Kommentar Ihres Herrn Dr. Daniel Deckers zum Antrag der Berliner Fraktionen SPD, Linken und Grünen an den Berliner Senat zur Ergänzung des Artikels 3 GG lesen zu müssen. (Die Ergänzung betrifft das Merkmal der „sexuellen Identität“ und soll lesbische, schwule und intersexuelle Menschen unter den Schutz des Diskriminierungsverbotes aus Artikel 3 Abs. 3 GG stellen.)

Der Kommentar ist für mich mit der Schürung von Ängsten die reine Hetze eines offenbar unbelehrbaren, fundamentalistischen Katholiken gegen schwule und lesbische Menschen. Diese haben sich die Art ihrer Sexualität nicht ausgesucht und dürfen von der Gesellschaft nicht länger diskriminiert und ausgegrenzt werden.

Ich bin der Vater eines schwulen Sohnes. Ich bin stolz auf ihn und seine beruflichen Leistungen für die Gesellschaft und werde mich mit anderen Eltern dafür einsetzen, dass der Ausgrenzung und Diskriminierung unserer Kinder wegen ihrer „sexuellen Identität“ (nicht wie im Kommentar polemisch dargestellt „sexuellen Ausrichtung“) begegnet wird. Dazu gehört auch die Ergänzung des Artikels 3 GG.

Ich würde mich freuen, wenn die Redaktion der F.A.Z. derart unerträgliche Kommentar vermeiden könnte.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gerhard Schmidt

  

Den Zeitungsartikel können Sie hier nochmals herunterladen.