Stellungnahme zum Artikel „Der Kult um die Schwulen“ in der Welt

Stellungnahme des BEFAH

zum Essay: „Der Kult um die Schwulen“ vom 17.Oktober 2009 in der Zeitschrift

„Welt“als Wiederholung des gleichen Beitrags in der Schweizer „Weltwoche“ vom Juli 2009.

 

Sehr geehrter Herr Philipp Gut,

 

wir möchten uns als BEFAH, dem Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen, ganz herzlich für Ihren Artikel in der „ Welt“ vom 17. 10. 2009 bedanken.

Endlich spricht einer aus, wofür wir schon lange kämpfen: Schwule sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen!“ Sie sind weitgehend rechtlich gleichgestellt, von „Diskriminierung kann keine Rede mehr sein“, sie genießen Achtung und Anerkennung!

Es sind tüchtige Menschen, die zum Beispiel als Bürgermeister, Stadtpräsidentin und sogar demnächst als Außenminister verantwortungsvolle Arbeit für alle leisten, so wie sie ja auch von vielen gewählt worden sind, überwiegend natürlich von heterosexuellen Wählern! Übrigens auch von uns heterosexuellen Eltern! Das gibt zu denken! Warum dann die Angst vor einer von Ihnen so betitelten „Homosexualisierung“?

Auch wir heterosexuellen Eltern, auf die Sie beim Surfen im Internet leider nicht gestoßen sind, haben an der Anerkennung, die Homosexuellen so gut wie Heterosexuellen zukommt, mitgearbeitet. Auch uns finden Sie auf CSD`s, bei öffentlichen Veranstaltungen, auf Kirchentagen. Wir werden in Kindergärten und Schulen eingeladen, nehmen an Podiumsdiskussionen teil, bieten Weiterbildungsseminare an. Wir vermitteln sachliche Kenntnisse, versuchen Vorurteile abzubauen und Achtung und Respekt gegenüber Menschen zu vermitteln, die einfach nur anders sind!

Wir würden Sie gern bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen. Da hätten Sie dann auch Gelegenheit, unsere schwulen Söhne und lesbischen Töchter kennen zu lernen. Sie könnten Ihre virtuellen Kenntnisse von homosexuellen Menschen durch reale Begegnungen erweitern, ganz locker! Sie hätten nichts zu befürchten! Keine offenen Hosenladen, kein sexistisch abwertendes Vokabular, keine diskriminierenden Unterstellungen! Geben Sie sich die Chance!

„Sichtbarkeit ist die Voraussetzung der Akzeptanz“ Dieser Leitspruch unserer Partnerorganisation FELS in der Schweiz möge Sie auch in Ihre berufliche Zukunft begleiten!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

BEFAH Der Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen

 

i. A. Christa Bauer ( Schriftführerin)