15 Jahre und noch immer nicht am Ziel!

Der Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen (BEFAH e. V.) besteht seit 15 Jahren.

 

Bereits seit 1982 kämpften Eltern in Selbsthilfegruppen gegen die Diskriminierung ihrer homosexuellen Kinder. Sie setzen sich für Toleranz und Akzeptanz und insbesondere für die gleichen Rechte ein, die ihre heterosexuellen Kinder in der Kirche und Gesellschaft ganz selbstverständlich erfahren.

 

Um bundesweit die Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu erhalten, aufzuklären und politisch aktiv zu werden, wurde am 29.11.1997 der BEFAH e.V. in der Thomaskirche in Hannover-Laatzen gegründet.

Zur ersten Bundesvorsitzenden wurde Sigrid Pusch (Hannover) gewählt.

Weitere Vorstandsmitglieder wurden: Uwe-Christian Pusch (Hannover), Isolde Braun (Dortmund), Gerhard Schmidt (Hannover), Ursula Rack (Dresden).

 

Auszug aus der BEFAH-Satzung:

Zweck des Vereins ist die Stärkung und Unterstützung von Eltern, Angehörigen und Freunden von Homosexuellen sowie von Lesben und Schwulen, die wegen ihrer Homosexualität geistige oder seelische Probleme haben und hilfsbedürftig sind,

weil sie

- sich aus religiösen oder sonstigen Gründen selbst ablehnen

- aus Angst vor Diskriminierung völlig isoliert leben

- es nicht wagen, sich gegen Benachteiligung und Verletzung ihrer Menschen- und Bürgerrechte zu wehren

- nicht den Mut haben, sich ihren Mitmenschen anzuvertrauen oder eine allgemeine Beratungsstelle aufzusuchen, und die daher persönlich hilfsbedürftig im Sinne des § 53 Nr.1 AO sind.

 

Die Mitglieder des Bundesverbandes setzten sich in den folgenden Jahren vehement für diese Ziele ein.

Darüber hinaus gelang die Vernetzung mit dem LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland), der HuK (Homosexuelle und Kirche), dem VK (Völklinger Kreis) sowie dem neu gegründeten Europäischen Elternverband „EuroFlag“.

BEFAH e.V., hat sich vehement für die Realisierung des Lebenspartnerschaftsgesetzes (2001) eingesetzt. Dem Bundesverband gelang es als starke Stimme der Eltern, Familien und Freunde von Homosexuellen Eingang und Gehör beim langwierigen Gesetzgebungsverfahren im Bundestag zu finden.

Zum ersten Mal wurde in den Ausschüssen des Deutschen Bundestages registriert, dass Homosexuelle natürlich auch Eltern, Großeltern, Geschwister, Onkel, Tanten, Freundinnen und Freunde haben und sie deshalb nicht als eine gesellschaftliche Minderheit zu betrachten sind, sondern selbstverständlich Teil dieser Gesellschaft sind!

 

2006 legte Sigrid Pusch aus gesundheitlichen Gründen die Vorstandsarbeit nieder und Gudrun Held (Wedemark) wurde zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt.

Damit fand die überaus wichtige Arbeit der bundesweiten Elternorganisation eine unverzichtbare Fortsetzung, die darauf abzielt, endlich für alle homosexuellen Menschen die volle rechtliche Gleichstellung mit den heterosexuellen zu erreichen.

Für die Weiterarbeit des neuen Bundesverbandes erwies es sich dabei als überaus hilfreich, dass langjährige Vorstandsmitglieder wie Gerhard Schmidt (Hannover) und Willibald Schütz (Lorsch) wiedergewählt wurden und mit ihrer Sachkompetenz weiter zur Verfügung standen.

Durch die Berufung eines erweiterten Beirates gelang es, der Vorstandsarbeit vielfältige Kompetenzen zuzuführen und sie auf weitere Schultern zu verteilen.

Bundesweit bestehende BEFAH- Elterngruppen wurden für ihre Beratungs- und Öffentlichkeitsarbeit gestärkt und weiterqualifiziert.

 

BEFAH nimmt aktiv an Kirchentagen teil und veranstaltet mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums alle zwei Jahre ein Bundeselterntreffen (Dokumentation unter www.befah.de). Das nächste findet voraussichtlich vom 19.-21. April 2013 in Berlin statt, mit dem Schwerpunkt „Regenbogenfamilien“. Sie sind längst im Alltag unserer Gesellschaft angekommen und sollen nun auch in Schule und Kindergarten sichtbar werden.

Dafür werden 2013 die BEFAH-Elterngruppen aktiv auf die Kultusministerien ihrer Bundesländer zugehen.

 

Der BEFAH e.V. wird weiterhin in der Öffentlichkeit präsent zu sein! Wird Gesicht zeigen in Kirche und Gesellschaft, um sich einzubringen bei der Auseinandersetzung um die rechtliche Gleichstellung, wird der alltäglichen und gesellschaftlichen Diskriminierung entgegen treten, um vollständige Akzeptanz für homosexuelle Menschen zu erreichen.

 

 

Rückfragen an die Bundesvorsitzende Gudrun Held,

Tel. 05130-974751 oder www.befah.de