Hans-Jürgen Meyer wieder Pastor

Nach 30 Jahren wurden dem Pastor seine Rechte wieder zuerkannt. Man hatte ihn auf Grund seiner Homosexualität und da er sich offen dazu bekannte, 1977 aus dem Dienst der Hannoverschen Landeskirche entfernt.


Gudrun Held, Bundesvorsitzende der BEFAH, hielt am 02. September 2007, bei der Einführung des Pastors in sein Amt diese Rede:


Rede zur Einführung von Pastor Hans-Jürgen Meyer
Lieber Hans-Jürgen Meyer!

Heute stehe ich hier als Vorsitzende im Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen.
Ich bringe Dir die Grüße und guten Wünsche der Eltern und Angehörigen von lesbischen Töchtern und schwulen Söhnen.
Wir standen all die Jahre an Deinem Weg, haben mit Dir gehofft und gebangt und konnten erleben:

„Geknicktes Rohr wird Gott nicht zerbrechen“.
Ja, das können wir an dir ablesen. Gott sei Dank! Da hatte Gott sich eingemischt.
Wo brave Christen doch viel getan haben, um dir das Rückgrat zu brechen.
Davon konnte sie auch nicht abhalten unser Markenzeichen, das Kreuz.
Schon einmal hatte man die Liebe aufs Kreuz gelegt und festgenagelt; auf dass sie nicht himmlisch frei und schöpferisch durch die Welt sich trieb, den Menschen zur Freude und zum Leben.

Ja, Gott sei Dank! Das ist heute ein Freudentag.
Auch wenn die Frage bis heute nicht beantwortet ist: Abel, wo ist dein schwuler Bruder?
Rahel, wo deine lesbische Schwester?
Mein Zorn bleibt noch, denn ich habe nicht gehört oder gelesen, dass von nun an alle Menschen, die anders lieben, offen und wahrhaftig leben können - besonders und auch in der Kirche nicht.
Und ich weiß doch: nicht nur unsere Bischöfin möchte wahrhaftig leben.

Jedoch - ein Anfang ist gemacht.
Und die Hoffnung bleibt, dass immer wieder Rosen blühen auch mitten in der Kälte und Lieblosigkeit in dieser Welt und in der Kirche.
Und das hab jetzt zum Zeichen, Hans- Jürgen:’ Nur eine Rose als Stütze’, sagt Hilde Domin.
Doch diese Rose soll dir blühen!